Über die Kunst, herauszupicken

English version: on the art of picking and choosing.    Feel free to comment there!

Eine der beliebtesten Kritiken von christlichen Fundamentalisten und militanten Atheisten zugleich gegen liberale und progressive Christen ist die Behauptung, sie picken die Versen heraus, die sie mögen, während sie die anderen ignorieren.

Ein offensichtliches Problem ist, dass jeder Christ zwangsläufig manche Versen glaubt während er andere ignoriert. Dies ist der Fall, weil die Bibel hoffnungslos widersprüchlich ist, und Menschen eine riesige Schwierigkeit haben, zwei widersprüchliche Glauben in ihrem Geist gleichzeitig zu haben.

Man kann nicht an kollektive Strafe glauben, UND dass Kinder nie für die Sünden ihrer Eltern bestraft werden dürfen, DASS man seinen Feind hassen UND lieben soll, dass Gott den Weg des Übeltäters vorbereitet und Ihm seine Missetaten vorwerfen wird, dass Gott seine Pläne verändert und nicht verändert, und so weiter und so fort.

Wütende Atheisten, die von ihrer fundamentalistischen Vergangenheit angeekelt sind, glauben generell, dass DER Gott der Bibel  ein böses, grauenhaftes Monster ist.

Mit ihrem Glauben glückliche Evangelikalen glauben dagegen, dass DER Gott der Bibel allliebend und wundervoll ist.

Ich glaube, dass beide Seiten sich völlig irren, weil DER Gott der Bibel nicht existiert. Was wir finden sind unterschiedliche Götter IN der Bibel,

Ich glaube, dass es ein simples Kriterium gibt, das man immer verwenden kann, um etwas in der Bibel abzulehnen, das Gott zugeschrieben wurde.

1)     Gott muss notwendigerweise ein perfektes Wesen sein, zumindest viel netter, liebender und gerechter, als wir sind.

2)    Trotz all ihren Makels sind Menschen wohl fähig, Güte und Perfektion zu erkennen (und dies macht uns schuldig, wie Paulus es in Römer 2 ausdrückte).

Es bedeutet, dass wir ziemlich sicher sein können, dass er keinen Völkermord wie im Buch Joshua angeordnet hat.

Aber was, wenn wir eine nette Geschichte im AT finden, wo zum Beispiel Gott es zugelassen hat, dass Joseph durch seine Brüder entführt wurde, damit er seine Familie Jahre später retten konnte? Wenn wir die (später offenbarte) Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod betrachtet, scheint mir diese Geschichte mit Gottes Vollkommenheit völlig kompatibel zu sein.
Können wir deswegen daraus schliessen, dass es historisch echt war?

Nein, denn so vorzugehen wäre absurd. Wir können nur sagen, dass eine solche göttliche Beschreibung mit Seiner perfekten Natur im Einklang ist und dass man diesen Text benutzen kann, um selber geistlich aufgebaut zu werden.

Die Bibel ist eine Versammlung von religiösen Büchern (die auch Historie enthalten können), wobei Menschen ihre Gedanken und Erfahrungen mit dem Göttlichen niedergeschrieben haben, auf dieselbe Weise, wie nicht kanonische Schreiber es getan haben.

Ich lese generell die Bibel auf die selbe Weise, wie ich Bücher von den Vätern der frühen Kirche, Luther, Ellen White, Francis Schaeffer, C.S. Lewis, Greg Boyd und so weiter und so fort. lese.

Auf meinen beiden obigen Kriterien basierend, schätze ich ihre Erfahrungen und Gedanken ein, und wende ihre Einsichten auf mein eigenes Wandeln mit Gott an.

Nach Monaten einer sich fort entwickelnden  Theologie ist dies meine aktuelle Sicht der Bibel: kein Satz von Gesetzen und Fakten über das Universum und Gott, aber die “menschlichen Gesichter von Gott”, um den wundervollen Ausdruck von Thom Stark zu benutzen.

Ich glaube wirklich, dass Gott sich der Menschheit und den alten Hebräern auf eine besondere Weise offenbart hat, aber Er tat so auf die selbe Weise, wie Er sich Missionaren in Afrika oder Martin Luther vor einigen Jahrhunderten offenbarte.

Und während ich glaube, dass wir gute Gründe haben, den reduktiven Materialismus abzulehnen, und an eine Transzendenz zu glauben, weiss ich nicht, ob das Christentum wahr ist oder nicht.
Gemäß meiner eigenen Definition bedeutet Glaube Hoffnung, eine Hoffnung auf einen guten Gott, der letzgültig das Übel für immer besiegen wird.

Und WENN dieser Gott existiert, erscheint es mir höchstwahrscheinlich, dass Er sich durch das Leben, Tod und Auferstehung von Jesus von Nazareth offenbart hat.

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One thought on “Über die Kunst, herauszupicken

  1. Es gibt kein Gut ohne Böse und kein Böse ohne Gut. Beides entstammt der göttlichen Schöpfung, weswegen ich die Schlußfolgerung einer existierenden Hoffnung auf einen guten Gott, der letztendlich das Übel für immer besiegen wird, für unzureichend bzw. zu kurzgegriffen.

    Es ist der geschaffene Mensch, dem die Möglichkeit gewährt wurde, entweder Gutes oder Schlechtes zu tun. Indes, und um diese Entscheidung treffen zu können, muß ihm beides bewußt sein, also Gutes wie Böses. Das kann er nur, wenn er mit beidem konfrontiert wird, was bedeutet, daß beides vorhanden sein muß, also geschaffen.

    Folglich obliegt es somit der Schöpfung, das Üble für immer zu besiegen – und nicht dem Schöpfer.

    Ihnen noch ein erfülltes Wochenende.

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