Jesus und das politische Engagement (also in ENGLISH)

English Version: Jesus and political involvement

 

Vor einigen Monaten nahm ich teil an einem interessanten interreligiösen Gespräch über die Art und Weise, wie sein Glaube seine politischen Ansichten gestaltet.

Bild(Glaube, Politik und Nachbarn)

In Amerika betrachtet die religiöse Rechte (die hauptsächlich aus konservativen Evangelikalen besteht), dass das Gute durch eine irrtumslose Bibel definiert wird, die sie mit Ehrfurcht ansieht (und manchmal fast anbetet), ohne jegliche Rücksicht auf empirische Beweisstücke.

Ich halte eine solche Herangehensweise für extrem verkehrt. Die Bibel spricht mit widersprüchlichen Stimmen über viele Themen und konservative Evangelikalen müssen stets die Versen herauspicken, die sie für bare Münze halten, die dann logischerweise den Satz von gegensätzlichen Versen festlegen, deren Bedeutungen nun verzerrt werden müssen.

Bild(Wir können auch die Bibel zitieren. Eine Ehe sollte nur gelten, falls die Ehefrau Jungfrau ist. Wenn die Ehefrau keine Jungfrau ist, soll sie hingerichtet werden. (Deuteronomium 22:14-21).

Meine regelmäßigen Leser wissen, dass ich sehr oft die Neuen Atheisten sowie ihre Behauptung kritisiere, dass die Religion das schlimmste Gift der Welt sei, das völlig ausgerottet werden soll.

Ich denke, dass sie auch total in die Irre geleitet werden und nicht einsehen, dass die Hauptursache für religiöse Gräueltaten keine übernatürliche Überzeugung an sich ist sondern das Konzept, dass was immer Gott (oder die Götter) dekretieren gut ist und sorgfältig angewendet werden soll, ganz gleich was für Horrorren es involvieren mag. Es ist ein Punkt, dessen Wichtigkeit niemand anderer als der letzte Papst Benedikt betont hat.

Meiner Meinung nach würden religiöse Gräueltaten rasch aufhören, wenn alle Gläubigen den Gedanken erst nehmen würden, dass Gott moralisch perfekt ist, das heißt, dass er viel liebender und gerechter ist als der beste Mensch, der je gelebt hat.

Während seines irdischen Wirkens hat Jesus es klar gemacht, dass alle Gesetze für das Wohlsein der menschlichen Rasse existieren und keineswegs willkürlich sind.

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Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.Markus 2:27  

37 Jesus antwortete ihm: “‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand!’

38 Das ist das erste und wichtigste Gebot.
39 Ebenso wichtig ist aber das zweite: ‘Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!’4
40 Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen Geboten enthalten.”  Matthäus 22,37

Es ist der Grund, warum ein gegen die Homosexualität eingestellter konservativer Christ Jesus nicht treu ist, wenn er nur behauptet: “Die Homosexualität ist verkehrt, weil Gott willkürlich es so gewollt hat.”

Nein, WENN die Homosexualität verkehrt ist, dann ist sie verkehrt, weil sie für das Individuum und die Gesellschaft schädlich ist und jemandem im Wege steht, eine liebendere und fürsorglichere Person zu werden. Sie sollten uns empirische Beweisstücke liefern, die es untermauern.

Alle politische Entscheidungen aus einem christlichen Standpunkt sollten darauf abzielen, das Wohlsein von seinen Nachbarn (d.h. der ganzen Menschheit) zu fördern, ihr Leiden zu lindern und sie dazu zu ermutigen, liebendere Personen zu werden.

Dennoch leben wir in einer äußerst komplexen Welt und es ist oft ziemlich schwer, herauszufinden, welche Reihen von Gesetzen wirklich nützlich wären und welche vermieden werden sollten. Menschen mit unterschiedlichen Ausgangspunkten werden mit einem gutem Gewissen widersprüchliche Überzeugungen erreichen, und wir alle sollten der selbstgerechten Versuchung widerstehen, sie als entweder dumm, falsch informiert, irrational oder bösartig anzusehen. Der progressive evangelikale Theologe Randal Rauser ist in seinem Buch “You’re Not As Crazy As I Think: Dialogue in a World of Loud Voices and Hardened Opinions” sehr gut darauf eingegangen.

Bild(Sie sind nicht so verrückt, wie ich dachte. Dialoge in einer Welt von lauten Stimmen und verhärteten Meinungen).

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One thought on “Jesus und das politische Engagement (also in ENGLISH)

  1. Responding in English, to the English version, I tend to think many of the voices get the whole thing wrong. Blaming small or large problems on “religion” or getting all het up about “science” is just about shifting the blame. Wars are caused by people. People bring their children up in fear or love (or usually in a combination of the two). There is no “science” to blame things on and saying that “religion” has caused more wars than anything else” is both factually wrong (because no-one ever, has ever really done a study on this of any conclusive veracity) and misses the point. People are the problem, not “belief systems”, or for those who don’t like the word, “systematic paradigms of knowledge”.

    People hurt each other. Whether “religious”, “atheist” or “neither of the above”. There is no essential difference between a religious person or an atheist, nor are there actually any practical differences, despite what many think. People can also be good to each other, whether “religious” or “atheist”. What, if any difference is there between a “good” “believer” or atheist? what, if any difference is there between a “bad” believer” or “atheist”?

    If you think there is something better about you because you believe some particular doctrinal line on deity(s), or some systematic “non theistic” explanation of origins, then you probably do have a problem. In fact you are the problem.

    It is quite clear from this site that “religious people” and “non-religious” people can equally be complete and utter ****wits, causing all sorts of pain and anguish to others.

    Really, forget what camp you belong to, it’s you (I.e. people) which cause the problems, not belief/knowledge systems.

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