Von der Kompatibilität des Materialismus und des moralischen Realismus

English version: on the compatibility between materialism and moral realism.

 

Der moralische Realismus ist die von den meisten Menschen angenommene Sicht, dass es eine gewisse Anzahl von objektiven moralischen Tatsachen gibt, die Menschen erfüllen sollen, wie „Stehle nicht!“, „Ermorde nicht!“, „Sei redlich bei der Arbeit!“ und so weiter und so fort.

Ich glaube, dass es ein ernstes Problem gibt, die Existenz von objektiven moralischen Fakten mit Gottes Willen zu versöhnen, das Euthyphro dilemma genannt wird: entweder ist etwas gut, weil Gott es sagt (und so wäre die Moralität willkürlich) oder sagt Gott von etwas, dass es gut ist, weil es gut ist (und so wäre die Moralität unabhängig von Gott).

 

Dennoch gibt es auch ernsthafte Probleme, die eine materialistische, evolutionäre Moralität betreffen.

 

Sie sind ontologisch und betreffen die Natur der Sachen, wovon wir reden.

Ich definiere den reduktiven Materialismus (als RM abgekürzt), als den Glauben, dass alles reales identisch ist mit der Summe eines Satzes von physikalischen Objekten und Prozessen , die die Wechselwirkung von Energie und Materie involvieren.

Es ist ganz bestimmt kein Problem für RM, zu behaupten, dass der Stuhl, worauf ich sitze, auf einen Haufen von Molekülen von Zellulosen und Ligniten reduzierbar ist, die eine gewisse Form im Raum besetzen.

KAUSTBY Stuhl  Massive Kiefer ist ein Naturmaterial, das in Würde altert.

Genauso kann ich wohl glauben, dass der Computer, den ich gerade benutze, identisch mit einer Versammlung von Elektronen ist, die sich durch ein geeignetes Material bewegen (Ok, meine Kenntnisse in Informatik sind nicht besonders gut 🙂 )

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Aber was nun sollten wir über die Tatsache „Es ist immer verkehrt, eine Frau zu vergewaltigen“ denken? Es ist klar, dass sie existiert, deswegen sollte sie ebenso auf ein Bündel von Teilchen reduzierbar sein.

Aber es gelingt mir gar nicht, die Kandidaten einzusehen, das scheint nur völlig absurd zu sein. 

Jemand könnte die Chemikalien in ihrem Gehirn erwähnen, die mit ihrem Schmerz verbunden sind.

Ich sehe ernste Probleme mit einem solchen Vorschlag:

 1) Es verzerrt die Bedeutung des moralischen Befehls: „Du sollst keine Frau vergewaltigen.“ Daraus werde ein Satz von Chemikalien und elektrischen Strömen, die innerhalb ihres eigenen Gehirns vorgehen.

 

2)  Man kann nicht aus dem Schmerz ableiten, dass man dagegen handeln oder ihn vermeiden soll: das ist der berühmte naturalistischen Fehlschluss, der vom schottischen Philosophen David Hume beschrieben wurde.

3Da für den Materialismus der Schmerz selber identisch ist zu Partikeln in Wechselwirkung mit Energie, warum sollen wir manche Reaktionen fördern und andere vermeiden?

Man muss sich vor Augen halten, dass ein Materialist nicht sagen kann: „weil sie bedeutungsvoll sind“, oder „sie sind schmerzhaft“, denn entweder bewegt er sich im Kreis oder er anerkennt die Unterschiede zwischen neuronalen Prozessen und unserer subjektiven Erfahrung und wird ein Dualist.

 

Materialisten mögen es, Theisten in Verlegenheit mit der Euthyphros Dilemma zu bringen, da es in der Tat ein echtes Problem für Gläubigen an Gott ist. Aber sie tendieren dazu, die riesigen Schwierigkeiten bei der Begründung ihrer eigenen Moralität zu übersehen.

Moralische Tatsachen scheinen, viel besser und bequemer in einer Welt zu wohnen, wo mentale Fakten neben der Materie existieren.

Meine Schlüsse sind keineswegs absolut und ich heiße alle Herausforderungen willkommen!

 

 

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Die Größe des Apostels Paulus

English version: the greatness of the apostle Paul.

 

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Für die Kritiker des Christentums hat der Apostel Paulus einen ziemlich schlechten Ruf.

Während nicht wenige von ihnen anerkennen, dass Jesus eine außerordentlich hohe Ethik (zumindest für seine Zeit) hatte, wird generell Paulus als ein Bösewicht angesehen, der irgendwie die Botschaft seines Meisters verdorben hat.

Während ich selber ganz bestimmt denke, daß Paulus mehrere kulturbedingten falschen Glauben (wie über Frauen und Homosexuellen) hatte, bin ich überzeugt, dass er ein Mann voller unglaublicher Liebe und Altruismus war.

 

Um das zu bemerken gibt es keine bessere Stelle als den Anfang von Römer 9:

 

1 Ich sage in Christus die Wahrheit und lüge nicht und mein Gewissen bezeugt es mir im Heiligen Geist: 2 Ich bin voll Trauer, unablässig leidet mein Herz.  3 Ja, ich möchte selber verflucht und von Christus getrennt sein um meiner Brüder willen, die der Abstammung nach mit mir verbunden sind

 

Um seinen jüdischen Artgenossen Willen war Paulus bereit, sein eigenes Leben nicht nur in dieser Welt sondern auch für immer aufzuopfern. Um die Größe dieser altruistischen Liebe zu begreifen brauchen Sie sich nur zu fragen, wie es für Sie aussehen würde, Ihr ewiges Leben zum Vorteil anderer Menschen aufzugeben.

Aber dieser Text ist auch sehr herausfordernd für unser Verständnis des Opfertods Christi. Denn das vom Paulus beabsichtigte Opfer erscheint viel größer zu sein als die Qual, die Jesus bereit war, zu erleiden, bevor er auferweckt wurde.

 

 

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Eine kurze Einführung in den Calvinismus

English version: a short introduction to Calvinism. Feel free to comment there at any time!

Viele Menschen haben sich zurecht über die unrühmliche Behauptung des äußerst beliebten evangelikalen Predigers John Piper entrüstet, Gott würde Erdbeben verursachen, um Amerika zu bestrafen, oder

“Es ist völlig in Ordnung für Gott, Frauen und Kinder zu massakrieren, wann immer er will. Gott gibt und nimmt das Leben. Jeder der stirbt, stirbt weil Gott will, dass er stirbt. 

John PiperDennoch verdächtigen nur wenige Leute, dass dies nur der Gipfel des Eisbergs ist.

John Piper ist ein ausgesprochener Calvinist. Die reformierte Theologie oder Calvinismus ist eine Lehre, die nicht mit dem französischen Theologen Calvin begann, sondern auch in den Schriften von diversen älteren Autoren wie Luther, Zwingli, Aquinas und Alselm von Canterbury gefunden werden kann.

Der Mann, der sie in die christliche Kirche einführte war Austinus, der (ganz zufällig) auch der erste Theologe war, der die Verwendung der Folter gegen Ketzer verteidigt hat, mit all den historischen Folgen, die wir allzu gut kennen.

Eine Grundlage des Calvinismus ist der göttliche Determinismus (auch Souveränität benannt), demnach alles was geschieht (einschließlich Vergewaltigungen und Völkermorden) von Gott erwünscht und vor dem Beginn der Zeit unvermeidbar  gemacht worden ist.

john-calvin

Die andere Grundlage des Calvinismus ist das sogenannte TULIP Glaubenssystem, wobei

Völlige Verderbtheit/Unfähigkeit (Total depravity)

Aufgrund des Sündenfalls beherrscht die Sünde den ganzen Menschen, sein Denken, seine Gefühle und seinen Willen. Daher ist der natürliche Mensch nicht fähig, die Botschaft des Evangeliums zu verstehen, er ist geistlich völlig hilflos und verloren. Der Mensch kann Gottes rettende Botschaft erst verstehen, nachdem er durch den Heiligen Geist dazu befähigt wurde (Röm 5,12 LUT, Mk 4,11 LUT).

Bedingungslose Erwählung (Unconditional Election)

Dies ist Calvins Prinzip der doppelten Prädestination. Die Erwählung zum Heil vollzieht sich nach Calvin wie folgt: Gott hat die Menschen in eine Gruppe der Auserwählten und eine der Nicht-Auserwählten geteilt. Für die Auserwählten hat Gott seine Erkenntnis bestimmt und die Auferstehung vorhergesehen. Die Übrigen bleiben unwissend bezüglich Gottes und des Evangeliums. Laut Calvin sind sie von Gott verdammt auf dem Weg in die ewige Hölle. Diese Entscheidung sei noch vor der Schaffung des Universums getroffen worden und somit erst recht vor der Geburt des einzelnen Menschen sowie vor irgendwelchen Entscheidungen, die der Mensch in seinem Leben trifft. Die Gründe, warum Gott einige erwählt hat, sind unbekannt. Es ist aber offensichtlich, dass das nicht aufgrund irgendwelcher guten Werke von Seiten des Erwählten geschehen ist. Die Erwählung ist insofern nicht an irgendwelche in der Person des Erwählten liegenden Bedingungen geknüpft (Röm 9,15 LUT.21LUT).

Begrenzte Versöhnung/Sühne  (Limited Atonement)

Das ist der Glaube, dass Jesus Christus nicht gestorben ist, um alle Menschen zu retten. Sein Erlösungswerk ist nur an die auserwählten Sünder, die durch ihn gerettet sind, gerichtet (Mt 26,28 LUT, Eph 5,25 LUT).

Unwiderstehliche Gnade  (Irresistible Grace)

Gemeint ist, dass man die Gnade der Erwählung nicht ausschlagen kann. Der Mensch hat in dieser Hinsicht also keinen freien Willen, da er tot ist in seinen Vergehungen und deswegen keinerlei Macht hat, sich für Gott zu entscheiden (Eph 2,1 LUT). Nur durch den Ruf Gottes kann der Mensch geistlich wieder zum Leben erweckt werden (Eph 2,5 LUT), und somit zu Gott kommen. Jeder Mensch, den Gott erwählt hat, werde Gott erkennen. Die Erwählten können dem Ruf Gottes nicht widerstehen (Joh 6,44 LUT, Röm 8,14 LUT).

Die Beharrlichkeit der Heiligen (Perseverance of the Saints)

Die einmal Geretteten werden gerettet bleiben. Es sei unmöglich, Gottes Gnade wieder zu verlieren (Röm 8,28 LUT, Joh 6,39 LUT).

Daraus kann man schlussfolgern, dass Gott sich wünschte, dass die meisten Menschen verdammt werden und ewiglich leiden (sehr wenige Calvinisten glauben an die Vernichtung der Verdorbenen).
In zukünftigen Posten werde ich tiefergehend die logischen Implikationen der reformierten Theologie erkunden.
 lakeFire
Distanzierung: ich bin nicht einverstanden mit ihrer Verwendung von biblischen Passagen. Ich glaube, dass viele aus dem Kontext gerissen werden, während andere nur einige Aspekte des Calvinismus unterstützen aber gleichzeitig anderen widersprechen.

The Central Message of Jesus

Deutsche Version: die zentrale Botschaft von Jesus.

As I pointed out previously, Christian fundamentalists and former fundamentalists having turned into militant atheists have the very same view of the Bible for what concerns morality and theology. Every command attributed to God is completely consistent with the others and the truth of Christianity (or the moral character of God) stands and falls with the validity of the smallest allegedly divine order find within the pages of Scriptures.

But is it how Jesus viewed things?

36 “Teacher, which is the greatest commandment in the Law?”

37 Jesus replied: “‘Love the Lord your God with all your heart and with all your soul and with all your mind.’[a] 38 This is the first and greatest commandment. 39 And the second is like it: ‘Love your neighbor as yourself.’[b] 40 All the Law and the Prophets hang on these two commandments.”

Matthew 22:36-40

Jesus did not tell to the asking person:

You should stone your disobedient children.“ or

Fool! How dare you ask such a silly question to me! Every command is equally important!“

But he said that the entire Jewish Law can be traced back to love for God and love for one’s neighbour as for oneself. And the Sermon on the Mount makes it clear that our enemies also belong to our neighbours.

The phrase „And the second is like it“ is particularly intriguing.

It is very likely that Jesus meant that the purest way of loving God is by loving the people he created in his image. This aspect is particularly visible in one of Jesus’ descriptions of the final judgement:

But when the Son of Man comes in his glory, and all the holy angels with him, then he will sit on the throne of his glory. 25:32 Before him all the nations will be gathered, and he will separate them

one from another, as a shepherd separates the sheep from the goats. 25:33 He will set the sheep on his right hand, but the goats on the left. 25:34 Then the King will tell those on his right hand, ‘Come, blessed of my Father, inherit the Kingdom prepared for you from the foundation of the world; 25:35 for I was hungry, and you gave me food to eat. I was thirsty, and you gave me

drink. I was a stranger, and you took me in. 25:36 I was naked, and you clothed me.

I was sick, and you visited me. I was in prison, and you came to me.’ 25:37 “Then the righteous will answer him, saying, ‘Lord, when did we see you hungry, and feed you; or thirsty, and give you a drink? 25:38 When did we see you as a stranger, and take you in; or naked, and clothe you? 25:39 When did we see you sick, or in prison, and come to you?’ 25:40 “The King will answer them, ‘Most certainly I tell you, inasmuch as you did it to one of the least of these my brothersr ,

you did it to me.’ 25:41 Then he will say also to those on the left hand, ‘Depart from

me, you cursed, into the eternal fire which is prepared for the devil and his angels;

25:42 for I was hungry, and you didn’t give me food to eat; I was thirsty, and you gave

me no drink; 25:43 I was a stranger, and you didn’t take me in; naked, and you didn’t

clothe me; sick, and in prison, and you didn’t visit me.’ 25:44 “Then they will also answer, saying,

Lord, when did we see you hungry, or thirsty, or a stranger, or naked, or sick, or in prison, and didn’t help you?’ 25:45 “Then he will answer them, saying, ‘Most certainly I tell you, inasmuch as you didn’t do it to one of the least of these, you didn’t do it to me.’ 25:46 These will go away

into eternal punishment, but the righteous into eternal life.”

Mattew’s 25:31 – 25:46

This passage sounds certainly hard, but it shows it is all about love: non-believers having loved the poor people are called into the presence of the Lord whereas believers having ignored their needs are driven out of His presence.

Now we have to deal with a troubling passage:

18“For truly I say to you, until heaven and earth pass away, not the smallest letter or stroke shall pass from the Law until all is accomplished. 19“Whoever then annuls one of the least of these commandments, and teaches others to do the same, shall be called least in the kingdom of heaven; but whoever keeps and teaches them, he shall be called great in the kingdom of heaven.

Matthew 5:18-19

It is very easy to find commands in the Torah not only failing to foster love but also going in quite the opposite direction.

Jesus seemed to be well aware of this as he said

38 “You have heard that it was said, ‘Eye for eye, and tooth for tooth.’[a] 39 But I tell you, do not resist an evil person. If anyone slaps you on the right cheek, turn to them the other cheek also. 40 And if anyone wants to sue you and take your shirt, hand over your coat as well. 41 If anyone forces you to go one mile, go with them two miles. 42 Give to the one who asks you, and do not turn away from the one who wants to borrow from you.

Matthew 5:38-48

While not explicitly formulated in any passages of the Old Testament, the principle “an eye for an eye, a tooth for a tooth” is implied by numerous texts.

(Interestingly enough, it can also be found in the writings of many allegedly enlightened modern secularists).

So if he really literally meant we ought to literally obey the Law then he was literally inconsistent.

Such a cognitive dissonance could perhaps be understandable for a Jew of his time unwilling to deny the validity of what was considered as a divine tradition.

But I doubt that Jesus was inconsistent in that respect, I believe He really meant that love is the ground of everything AND that the law was fulfilled in Him, perhaps in a metaphoric way.

I’m still struggling to understand Jesus attitude towards the Law.

But we can be quite sure that Love was the foundation of his entire ethic even if he might have been culturally unwilling to let go of the inspiration of the Law, the logical implications of his central teachings notwithstanding.

Did Jesus endorse atrocities?

Deutsche Version: Hat Jesus Greueltaten gut gehiessen?

Youtube Version

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 Arguably, two of the favorite verses of fundamentalists and antitheists alike are:

“Do not think that I have come to abolish the Law or the Prophets; I have not come to abolish them but to fulfill them. I tell you the truth, until heaven and earth disappear, not the smallest letter, not the least stroke of a pen, will by any means disappear from the Law until everything is accomplished” (Matthew 5:17-18).

It is generally thought that Jesus agreed with everything standing in the Old Testament, like the genocide of the Amalekites, the wives of dead soldiers being killed by the Israelites being forced to marry the murderers of their husbands, adulterers being put to death, and so on and so forth.

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I don’t view the Bible as a set of truths having fallen from Heaven, but as a human book describing the experience (or lack thereof) of real people with God. But they wrote down their thoughts and experiences using their worldview and their Ancient-Near-Eastern understanding.
Without denigrating these people, it is a fact they were both materially and morally primitive. Before judging the moral character of an individual, it is always indispensable to study his or her worldview and to delve into the historical context she led her life. Many self-righteous indignation about the deeds of Mahomed stem from the unwillingness to follow this basic principle.

Now, back to our present concern. I believe that in Jesus, God lived, died and rose from the dead. But in order for him to be fully human and not some kind of super-spirits like many Gnostics thought, he had to give up his all-power, his omniscience (all-knowledge), also with respect to spiritual and moral issues. I know this might sound blasphemous to quite few of my readers, but asserting the contrary would turn Jesus into a super-human.

As a human being, Jesus shared the worldview and presuppositions of the conservative Jewish society where he was raised.
This is why his treatment of women, while quite normal for our modern minds, was truly revolutionary in his particular context.
When trying to judge Jesus’s moral character, most Skeptics tend to interpret literally what he said in order to make it sound as negative as possible, even if it contradicts other verses.

Let us assume, for the sake of the argument, that Jesus really said these very things mentionned at the beginning of the article. Some theologians think the passage might have been added by Mattew to fit the needs of the early Jewish Christian communities, but I think this text is at home in the context of the sermon on the mount.

According to most antitheists, the litteral interpretation is the right one, and Jesus wished adultery women and disobedient children to be stoned, and thought genocides could be great.
But why did the same Jesus also say:

“You have heard that it was said, ‘YOU SHALL LOVE YOUR NEIGHBOR and hate your enemy.’ 44″But I say to you, love your enemies and pray for those who persecute you, 45so that you may be sons of your Father who is in heaven; for He causes His sun to rise on the evil and the good, and sends rain on the righteous and the unrighteous.…”

After all, he was referring to the very same Mosaic tradition he allegedly considered to be inerrant.

One possibility is certainly that Jesus was inconsistent and contradicted himself: he didn’t realize the consequences of holding fast to the Torah as he preached.
To my mind, a better interpretation is that Jesus saw the love for God and for one’s neighbor as being not only the highest command of the law, but its fulfillment, its very reason of being.
“‘Love the Lord your God with all your heart and with all your soul and with all your mind.’[a] 38 This is the first and greatest commandment. 39 And the second is like it: ‘Love your neighbor as yourself.’
Matthew 22:37-39

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In that respect, Jesus was very progressive if he thought that certain aspects of the Law didn’t promote this high goal.

Jesus replied, “Moses permitted divorce only as a concession to your hard hearts, but it was not what God had originally intended.
Matthew 19:8

When all his sayings are considered, it seems likely that Jesus meant that higher purpose as the accomplishment of the law.
Of course, it is also probable that the conservative Jewish context he grew up in prevented him from entertaining the thought that the Torah (and other non-canonical traditions) contained mistakes, but this is debatable.

Über die Definition und Bedeutsamkeit vom progressiven Christentum / On the Definition and Meaningfulness of Progressive Christianity

English version: On the Definition and Meaningfulness of Progressive Christianity.  Feel free to comment there at any moment!

Hier will ich meine eigenen Gedanken über die Definition des progressiven Christentums geben, wie ich diesen Ausdruck verstehe und auf mich selber anwende.

Grundsätzlich (und mit einer gewissen Übervereinfachung) glauben die meisten Evangelikalen, dass die Bibel das irrtumslose, unfehlbare Wort Gottes und das einzige Fundament des Christentums ist.

Natürlich gibt es Unterschiede in der Art und Weise, wie Unfehlbarkeit verstanden wird, und manche Auffassungen sind viel raffinierter als andere.

Dennoch sind die meisten Evangelikalen einverstanden, dass was immer in der Bibel steht fromm geglaubt werden muss, sogar wenn es nicht wenige von ihnen zum Schluss führt, dass Völkermorde und das Erwürgen von Säuglingen manchmal völlig in Ordnung sind, oder dass Gott viele Menschen dazu vorherbestimmt hat, in die Hölle zu landen, wo sie ewiglich für Sünden leiden werden, die Er selber im Voraus verursacht hatte.

Aber so entkommt man der folgenden Frage nicht: wenn wir herausfinden, dass der Gott einer irrtumslosen Bibel nicht nur NICHT unseren größten, schönsten ethischen Idealen überlegen ist, sondern auch ihnen unendlich unterlegen ist, und wenn wir (der Diskussion halber) annehmen, dass dieses Wesen real ist, warum sollten wir ihn anbeten?

Und warum sollten wir ihn sowieso “Gott” nennen?

Meiner Meinung nach beginnen sowohl das progressive als auch das liberale Christentum mit der Erkenntnis, dass es weder epistemologisch noch moralisch erlaubt ist, alles in unseren heiligen Lieblingsbüchern zu glauben, ohne sich zuerst einem Realitätscheck zu unterziehen.

Unser Glaube sollte immer neue Tatsachen aus der äußeren Welt und unseren unbestreitbaren moralischen Intuitionen mit offenen Armen empfangen, um unsere theologischen Lehren zu korrigieren und vielleicht sogar aufzugeben.

Wenn wir es nicht tun, können wir keine schlüssige Antwort auf Sam Harris Behauptung aufbringen, dass religiöse Menschen systematisch den Hals jedes rothaarigen Mädels abschneiden würden, falls Gott es in ihren heiligen Schriften befehlen würde.

Liberale Christen glauben, dass Wunder unmöglich (oder zumindest äußerst unwahrscheinlich) sind und dass wir die Auferstehung als eine psychologische Erfahrung der ersten Jünger interpretieren sollten. Viele gehen sehr weit und behaupten, dass Gott nicht persönlich sein kann, sogar als ein entfernter Hausherr, und eine Art von Energie oder unpersönlichem Konzept sein muss.

Im Gegensatz zu ihnen glauben progressive Christen an die Realität einer übernatürlichen Welt, oder sind zumindest offen dafür (wie in meinem Fall).

Aber in vielen Hinsichten sehen sie nicht den christlichen Glauben als etwas festes und unveränderbares, sondern gehen davon aus, dass er sich stetig weiter entwickelt, wenn neue Daten hereinkommen, um unsere Lehren zu korrigieren und zu verbessern.

Dies wirft eine interessante Frage auf: wenn wir die Irrtumslosigkeit der Bibel aufgegeben haben, wie können wir den Unterschied zwischen wahren und falschen Lehren über Gott machen?

Während ich nicht behaupten kann, für jeden selbst ernannten progressiven Christen zu sprechen, würde meine Antwort folgendermaßen lauten:

1)      Gott ist notwendigerweise ein perfektes Wesen

2)     Trotz all ihrer Unzulänglichkeiten sind Menschen völlig fähig, Güte und Vollkommenheit zu erkennen (und es ist was uns schuldig macht, wie Paulus es in Römer 2 ausgedrückt hat).

Nun würde ich sehr gern wissen, was Sie darüber denken, hoffentlich werden wir eine angenehme Konversation haben!

Bitte, halten Sie sich stets vor Augen, dass Sie frei sind, zu jedem Zeitpunkt beim jeden Posten zu kommentieren!

 

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Über die Kunst, herauszupicken

English version: on the art of picking and choosing.    Feel free to comment there!

Eine der beliebtesten Kritiken von christlichen Fundamentalisten und militanten Atheisten zugleich gegen liberale und progressive Christen ist die Behauptung, sie picken die Versen heraus, die sie mögen, während sie die anderen ignorieren.

Ein offensichtliches Problem ist, dass jeder Christ zwangsläufig manche Versen glaubt während er andere ignoriert. Dies ist der Fall, weil die Bibel hoffnungslos widersprüchlich ist, und Menschen eine riesige Schwierigkeit haben, zwei widersprüchliche Glauben in ihrem Geist gleichzeitig zu haben.

Man kann nicht an kollektive Strafe glauben, UND dass Kinder nie für die Sünden ihrer Eltern bestraft werden dürfen, DASS man seinen Feind hassen UND lieben soll, dass Gott den Weg des Übeltäters vorbereitet und Ihm seine Missetaten vorwerfen wird, dass Gott seine Pläne verändert und nicht verändert, und so weiter und so fort.

Wütende Atheisten, die von ihrer fundamentalistischen Vergangenheit angeekelt sind, glauben generell, dass DER Gott der Bibel  ein böses, grauenhaftes Monster ist.

Mit ihrem Glauben glückliche Evangelikalen glauben dagegen, dass DER Gott der Bibel allliebend und wundervoll ist.

Ich glaube, dass beide Seiten sich völlig irren, weil DER Gott der Bibel nicht existiert. Was wir finden sind unterschiedliche Götter IN der Bibel,

Ich glaube, dass es ein simples Kriterium gibt, das man immer verwenden kann, um etwas in der Bibel abzulehnen, das Gott zugeschrieben wurde.

1)     Gott muss notwendigerweise ein perfektes Wesen sein, zumindest viel netter, liebender und gerechter, als wir sind.

2)    Trotz all ihren Makels sind Menschen wohl fähig, Güte und Perfektion zu erkennen (und dies macht uns schuldig, wie Paulus es in Römer 2 ausdrückte).

Es bedeutet, dass wir ziemlich sicher sein können, dass er keinen Völkermord wie im Buch Joshua angeordnet hat.

Aber was, wenn wir eine nette Geschichte im AT finden, wo zum Beispiel Gott es zugelassen hat, dass Joseph durch seine Brüder entführt wurde, damit er seine Familie Jahre später retten konnte? Wenn wir die (später offenbarte) Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod betrachtet, scheint mir diese Geschichte mit Gottes Vollkommenheit völlig kompatibel zu sein.
Können wir deswegen daraus schliessen, dass es historisch echt war?

Nein, denn so vorzugehen wäre absurd. Wir können nur sagen, dass eine solche göttliche Beschreibung mit Seiner perfekten Natur im Einklang ist und dass man diesen Text benutzen kann, um selber geistlich aufgebaut zu werden.

Die Bibel ist eine Versammlung von religiösen Büchern (die auch Historie enthalten können), wobei Menschen ihre Gedanken und Erfahrungen mit dem Göttlichen niedergeschrieben haben, auf dieselbe Weise, wie nicht kanonische Schreiber es getan haben.

Ich lese generell die Bibel auf die selbe Weise, wie ich Bücher von den Vätern der frühen Kirche, Luther, Ellen White, Francis Schaeffer, C.S. Lewis, Greg Boyd und so weiter und so fort. lese.

Auf meinen beiden obigen Kriterien basierend, schätze ich ihre Erfahrungen und Gedanken ein, und wende ihre Einsichten auf mein eigenes Wandeln mit Gott an.

Nach Monaten einer sich fort entwickelnden  Theologie ist dies meine aktuelle Sicht der Bibel: kein Satz von Gesetzen und Fakten über das Universum und Gott, aber die “menschlichen Gesichter von Gott”, um den wundervollen Ausdruck von Thom Stark zu benutzen.

Ich glaube wirklich, dass Gott sich der Menschheit und den alten Hebräern auf eine besondere Weise offenbart hat, aber Er tat so auf die selbe Weise, wie Er sich Missionaren in Afrika oder Martin Luther vor einigen Jahrhunderten offenbarte.

Und während ich glaube, dass wir gute Gründe haben, den reduktiven Materialismus abzulehnen, und an eine Transzendenz zu glauben, weiss ich nicht, ob das Christentum wahr ist oder nicht.
Gemäß meiner eigenen Definition bedeutet Glaube Hoffnung, eine Hoffnung auf einen guten Gott, der letzgültig das Übel für immer besiegen wird.

Und WENN dieser Gott existiert, erscheint es mir höchstwahrscheinlich, dass Er sich durch das Leben, Tod und Auferstehung von Jesus von Nazareth offenbart hat.

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